BonEvent mit Jona Dohrmann – Entwicklungszusammenarbeit hautnah

19. Juni 2013 – 23:00

BonEvent ist eine Veranstaltungsreihe der Pfarrgemeinde St. Bonifatius Sachsenhausen, in der Menschen aus dem Stadtteil und Menschen mit Beziehungen zur Gemeinde vorgestellt werden.
Hier ein Bericht von Ursula Bremer aus dem BonEvent-Team. Die Fotos kommen von Martina Taylor.

 

Diese BonEvent-Veranstaltung war – wie Gabi Huckelmann versprach – unerwartet außergewöhnlich. Denn „Entwicklungszusammenarbeit hautnah“, so lautete dieses Mal der Titel, stellte sich als technische Meisterleistung in Sachen Internet und Skype heraus, indem die Referenten die Strecke vom monsunschwülen Nagpur in Maharashtra in Indien in den kalten Gr. Pfarrsaal St Bonifatius Frankfurt-Süd bei knallheißen Außentemperaturen von 36 Grad locker überbrückten. Damit demonstrierten Bernhard Knopp, Martina Taylor und Gabi Huckelmann gleich life, wofür sie sich seit dem 2. Golfkrieg im ökumenischen Friedensgebet einsetzen : „El Mundo Unido“ – „Die geeinte Welt“: wir direkt in Indien, Indien direkt bei uns.

Der Vorsitzende der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit e.V. Jona Aravind Dohrmann – unser Referent heute abend – , aus familiären Gründen statt bei uns im Saal im Garten des Sangam, einem Basiszentrum dieses Vereins, 35 km von Nagpur, in Maharashtra in Indien gelegen, eröffnete diese DIZ- Veranstaltung mit den dort anwesenden Gästen und Mitarbeitern feierlich als Zeichen der Verbundenheit mit Lighting of the Lamp. Wir steckten ebenfalls feierlich eine Lampe an. Sybille Frank, Bildungsreferentin des DIZ stellte technisch und verbal die Verbindung als Conferenciere zwischen Boni-Besuchern und Jona Dohrmann her.

Nach einem stimmungsvollen indischen Tanz über die Farbe der Liebe, aufgeführt durch Teilnehmerinnen einer Ausbildung im Sangam zu Dorfgesundheitshelferinnen für die Dörfer der Umgebung, in denen Armut, Aberglaube und mangelndes Hygiene- und Gesundheitswissen vor allem Frauen und Kinder stark benachteiligen, erfuhren wir mehr über die drei Säulen der DIZ. Die Unterstützung von Projekten in Indien Freiwilligendienste wie der Weltwärts-Dienst der Bundesregierung, Workcamps, Studienreisen, dabei hautnahes Kennenlernen Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland. Junge Indische Frauen, die im Sangam noch eine Ausbildung zur Krankenschwester machen, haben dadurch in Ihren Dörfern einen sicheren Arbeitsplatz, geregeltes Einkommen, mit dem sie ihre Familie ernähren und darüber hinaus mehr Selbstbewußtsein. Sie bestimmen mit, wo sie leben, wann sie heiraten und Kinder bekommen und machen eine eigene Karriere. Das Sangam bietet außer Gesundheitsprojekten Kindergärten, eine Regenwasserrückgewinnung, Frauenaufklärung über Rechte und Konfliktberatung für Familien Ausbildungstätte für HIV-Aids-Betroffene, die mangels Aufklärung ausgegrenzt werden. Die ökologische Landwirtschaft, unterstützt durch das indische Umwelt- und Forschungsamt, profitiert durch die neue Abwasserreinigungsanlage für die Krankenstation im Sangam. Das im Kiesbett durch Schilfpflanzen zu 95% gereinigte geruchsfreie Wasser macht Felder und Gärten der Umgebung fruchtbar. Diese Erfindung findet Verbreitung in den Dörfern. Zu der Situation vor Ort berichtet Jona Dormann: Nagpur hat 2,4 MIO Einwohner, davon wohnen 600000-800000 in Slums. Im patriarchalischen Indien sind Übergriffe auf Frauen an der Tageordnung. Das indische Privatleben findet viel mehr im öffentlichen Raum statt als bei uns. Viele Inder wissen nicht eine gesunde nahrhafte Mahlzeit herzustellen, können weder lesen noch schreiben. Der heißeste Sommer letztes Jahr lieferte 48 Grad Celsius, der Monsun kam einen Monat zu früh. Seine Wassermassen spülten wie jedes Mal Teile von Straßen und Dörfern weg. Da erlebt man hautnah, dass viele Dinge langsamer gehen müssen.

Die BonEvent-Besucher waren sehr interessiert und spendeten den indischen Aktiven und Gästen im Sangam und Herrn Dohrmann viel Applaus. Bei Mango Lassi und lecker gefüllten Teigtaschen ließen sie das Erlebte auf sich wirken und kauften beim Eine Welt- Stand Schokolade, Kaffee, Mango, Tee, um die genannten Initiativen aktiv zu unterstützen.

Text: @Ursula Bremer, Fotos: @Martina Taylor

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